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Notizen und Gedanken von Andreas Marc Klingler

Kategorie: Tech­nik (Seite 1 von 2)

6 Mona­te Mac­Book Pro 2017: Soli­de, nicht über­ra­gend

Anfang Novem­ber 2017 habe ich mein 4 Jah­re lang genutz­tes Mac­Book Air in die Ren­te (bzw. effek­tiv zu einer mei­ner Schwes­tern) geschickt und auf das Mac­Book Pro 2017 (13 Zoll, mit Touch­Bar) gewech­selt. Hier fas­se ich kurz eini­ge sub­jek­ti­ve Erfah­run­gen nach gut einem hal­ben Jahr zusam­men.

Die Hard­ware ist über­wie­gend her­vor­ra­gend, aber ich möch­te hier pri­mär erzäh­len, mit was ich nicht zufrie­den war, das man sonst in Test­be­rich­ten nicht liest.

Die elen­de tol­le Tas­ta­tur

Ursprüng­lich war ich mir sicher, dass ich mir die­ses MBP nie kau­fen wür­de. Nach­dem ich das 2016er-Modell in einem Apple Store kurz tes­te­te, war ich ent­setzt von der schreck­li­chen Tas­ta­tur. Da ich pri­mär mit der Tas­ta­tur arbei­te, war das für mich ein K.O.-Kriterium.

Ende Som­mer 2017 war ich dann eine Woche lang in Irland unter­wegs mit Freun­den, von denen einer das neue Mac­Book Pro dabei hat­te. Ich nahm es eini­ge Male und nach eini­ger Zeit wur­de das Tipp-Gefühl immer bes­ser, so dass ich kaum noch auf mei­nem Mac­Book Air tip­pen woll­te. Ich war erstaunt, wie her­vor­ra­gend die Tas­ta­tur für mich funk­tio­nier­te, nach­dem ich sie län­ge­re Zeit ver­wen­de­te. Mein ers­tes Gefühl im Apple Store mit eini­gen Tro­cken­übun­gen im Text­edi­tor war irre­füh­rend.

Nach­dem ich im Herbst mei­nen Schreib­tisch neu ein­ge­rich­tet hat­te und dann auch zwei exter­ne Moni­to­re nut­zen woll­te, ist die Wahl dann doch auf das Mac­Book Pro gefal­len. Anfangs habe ich noch gedacht, dass ich zu Hau­se sowie­so immer eine exter­nen Tas­ta­tur nut­ze und dies ja auf jeden Fall wei­ter machen könn­te, soll­te ich mit der Tas­ta­tur doch nicht zurecht kom­men. Und für Unter­wegs wäre sie gut genug.

Ein hal­bes Jahr spä­ter: Hm, ich nut­ze mei­ne exter­ne Tas­ta­tur ja über­haupt nicht mehr…

Daher: Ja, das Tipp­ge­fühl mit den But­ter­fly-Tas­ten fühlt sich erst mal sehr komisch an, kann aber tat­säch­lich her­vor­ra­gend sein. Ob man selbst damit zurecht kommt, kann man mei­ner Mei­nung nach nur her­aus­fin­den, wenn man mal meh­re­re Stun­den lang nor­mal mit der Tas­ta­tur arbei­tet. Eini­ge Minu­ten Aus­pro­bie­ren brin­gen im bes­ten Fall über­haupt nichts und führt im schlech­tes­ten Fall zu einer vor­eil­li­gen Mei­nung.

Die Leis­tung

Ich habe das 13 Zoll-Modell mit schnells­ter CPU (i7-7567U), maxi­ma­lem RAM (16 GB) und kleins­ter SSD (256 GB) gekauft. Die SSD ist sehr, sehr schnell. War­te­zei­ten auf Daten gibt es prak­tisch nicht mehr, weil immer irgend­ei­ne ande­re Kom­po­nen­te lang­sa­mer ist. Aber mich hat depri­miert, dass mei­ne Haupt­an­wen­dun­gen kaum schnel­ler lau­fen. Im Ver­gleich zu mei­nem Mac­Book Air von Mit­te 2013 (auch maxi­ma­le CPU und RAM) beträgt die sub­jek­ti­ve Geschwin­dig­keits­stei­ge­rung  nahe­zu Null.

Nahe­zu Null.

Damit bezie­he ich mich vor allem auf die Geschwin­dig­keit von Test-Sui­tes in RSpec oder Cucum­ber in Ruby­Mi­ne. Kon­ti­nu­er­lich vol­le CPU-Aus­las­tung errei­che ich über­wie­gend bei dem stän­di­gen Aus­füh­ren von Tests, die beim test-getrie­be­nen Ent­wi­ckeln halt stän­dig duch­lau­fen müs­sen. Fest­zu­stel­len, dass 4 Jah­re neue­re Hard­ware die Durch­lauf­zei­ten von 5:43 Minu­ten auf 5:28 Minu­ten senkt, war depri­mie­rend.

Ich weiß ja, dass die Sin­gle-Thread-Leis­tung schon lan­ge nicht mehr stark steigt, aber ich hat­te schon die Erwar­tungs­hal­tung gehabt, wenigs­tens im ers­ten Jahr eine höhe­re Schwupp­di­zi­tät zu haben. Wie es frü­her mit neu­en Rech­nern so war. Aber das darf man wohl nicht mehr erwar­ten.

Die Lauf­zeit

Vor­her nutz­te ich pri­mär ein Mac­Book Air. Dass mitt­ler­wei­le gut vier Jah­re alt und des­sen Akku-Kapa­zi­tät mitt­ler­wei­le von 7150 mAh auf 5229 mAh gefal­len ist. Und damit läuft es immer noch län­ger als ein fabrik­neue Mac­Book Pro.

Denn das Mac­Book Pro hat eine Akku-Kapa­zi­tät von 4315 mAh im Neu­zu­stand. Und eine höhe­re Leis­tungs­auf­nah­me, ver­mut­lich ins­be­son­de­re bedingt durch den deut­lich höher auf­ge­lös­ten und hel­le­ren Bild­schirm. Jetzt kann man sich die Kon­se­quen­zen aus­rech­nen.

Die effek­ti­ve Lauf­zeit im All­tag beträgt bei mir im Schnitt  5 Stun­den. Beim Ent­wi­ckeln mit einer IDE, spo­ra­di­schen Test­durch­läu­fen, bei denen ein Kern ab und zu mal 5 Minu­ten auf Vollast (nicht öfter als 2 mal je Stun­de) arbei­tet und dem Bild­schirm auf ca. 75%. Die von Apple ange­ge­be­nen „bis zu 10 Stun­den” hal­te ich für völ­lig unrea­lis­tisch. Das ist viel­leicht mit einem exter­nen Moni­tor, aus­ge­schal­te­tem inter­nen Dis­play und aus­schließ­li­chem Text­schrei­ben mög­lich.

Das ist eine deut­li­che Ver­schlech­te­rung zu frü­her. Beim Mac­Book Air erreich­te ich locker Lauf­zei­ten von 8–9 Stun­den. Mit genau den glei­chen Akti­vi­tä­ten und glei­cher Soft­ware.

Anders aus­ge­drückt: Mitt­ler­wei­le nut­ze ich das Netz­teil wie­der tags­über.

Aller­dings war mir natür­lich bewusst, dass das MBP nicht so sehr auf Lauf­zeit opti­miert ist wie das MBA. Aber dass der Unter­schied dann doch so stark sein wür­de und auch so der­ma­ßen stark von der ver­spro­che­nen Lauf­zeit abwei­chen wür­de, hät­te ich nicht gedacht. Bis­her waren mei­ner Erfah­rung nach die Lauf­zeit-Anga­ben bei Apple-Gerä­ten rea­lis­tisch. Aber ab jetzt traue ich ihnen nicht mehr.

CATERR detec­ted! No MCA data found.

Die deut­lichs­te Pro­duk­ti­vi­täts­stei­ge­rung stell­te sich durch exter­ne Hard­ware ein. Vor­her hat­te ich einen Full HD 27 Zoll-Moni­tor zusätz­lich zum Moni­tor des Mac­Book Airs genutzt. Jetzt kom­men zu dem inter­nen, über alle Zwei­fel phan­tas­ti­schen Reti­na-Dis­play zwei 27-Zoll-Moni­to­re mit 2,7k und 4K hin­zu. (Der 4K-Moni­tor ist natür­lich auf 2,7k her­un­ter­ska­liert. Was um Wel­ten bes­ser ist als der nati­ve 2,7k-Monitor. Daher auch hier mei­ne Emp­feh­lung, beim Neu­kauf lie­ber 4k zu kau­fen. Man ska­liert es zwar sowie­so her­un­ter, aber der Schär­fe­ge­winn ist phä­no­mä­nal.)

Lei­der ist das aber auch eine anhal­ten­de Quel­le von Pro­ble­men. In 50% aller Fäl­le, in dem bei­de Moni­to­re (über Dis­play­Port) ange­schlos­sen sind und aus dem Ruhe­zu­stand auf­wa­chen sol­len, gibt’s eine Ker­nel-Panik und das Sys­tem star­tet neu. Anfangs sah ich fol­gen­de Feh­ler­mel­dung gut ein Dut­zend Mal die Woche:

*** MCA Error Report ***
CPU Machine Check Architecture Error Dump (CPU: Intel(R) Core(TM) i7-7567U CPU @ 3.50GHz, CPUID: 0x806E9)
CATERR detected! No MCA data found.

Mitt­ler­wei­le ste­cke ich die Moni­to­re ein­fach immer ab, wenn ich das Note­book ver­las­se, um nicht zu ris­kie­ren, dass alles ein­schläft und dann nie wie­der auf­wacht.  Das Pro­blem ist bekannt, im Netz fin­den sich unzäh­li­ge Leid­ge­nos­sen. (Das Pro­blem star­te­te mit dem Mac­Book Pro 2016 und ist in der 2017-Ver­si­on immer noch im Kauf­preis ent­hal­ten.)

Immer wie­der stürzt das Sys­tem aber auch beim Ein­ste­cken eines exter­nen Moni­tors ab. (Bei ver­schie­de­nen Moni­to­ren, nicht immer dem­sel­ben.) D.h. ich habe eigent­lich jede Woche 1–2 har­te Abstür­ze (Stand April 2018). Ich habe schon Kabel getauscht, Kreuz-Tests gemacht, Apple Sup­por­t/-Store/­Dritt­händ­ler kon­tak­tiert und die Moni­to­re natür­lich auch schon aus­führ­lich mit ande­ren Gerä­ten getes­tet. Zuver­läs­sig tre­ten die Pro­ble­me nur mit dem Mac­Book Pro auf — auch mit einem ande­ren Mac­Book Pro 2016, das ich test­wei­se mit von einer Bekann­ten mal aus­ge­lie­hen hat­te.

Im Dezem­ber hat­te ich fest­ge­stellt, dass die Abstür­ze sel­te­ner wur­den, nach­dem ich die Moni­to­re auf Dis­play­Port 1.1 ein­ge­stel­le hat­te (vor­her Dis­play­Port 1.2). Aber das hielt nur bis Febru­ar an; ein macOS-Update soll­te bestimm­te Gra­phik-Pro­ble­me mit dem MBP behe­ben, aber seit­dem stürzt das Sys­tem immer wie­der regel­mä­ßig ab, egal ob die Moni­to­re jetzt mit DP 1.1 oder DP 1.2 arbei­ten.

Ich lebe damit, es ist das ein­zi­ge ech­te Pro­blem des Gerä­tes. Dass Pro­blem tritt jetzt schon seit knapp zwei Jah­ren auf. Bei unzäh­li­gen Benut­zern. Bei einem Note­book für 2500€. Bla­ma­bel. Der­ma­ßen.

Die Touch­Bar

Tele­fo­nie-Steue­rung.

Video-Steue­rung mit Rück- und Vor­lauf­mög­lich­keit per Fin­ger.

Anwen­dungs­um­schal­tung per TouchS­wit­cher.

… ist oft eine nütz­li­che Ergän­zung. Es gin­ge auch ohne, aber oft ist es sehr prak­tisch. Ich nut­ze sie vor allem zur Audio-Steue­rung (um z.B. direkt in Pod­casts mit den Fin­gern etwas nach vor­ne navi­gie­ren zu kön­nen) und zum Tele­fo­nie­ren und je nach Anwen­dung auch zum schnel­len Umschal­ten oder Able­sen von Kurz-Infos.

Schö­ne Idee, oft prak­tisch, aber kein Muss. Das ist im Prin­zip alles, was mir der­zeit dazu ein­fällt. (Zu den letz­ten bei­den Fotos: AppS­wit­cher und Nyan­cat Touch.)

Wohl für die wenigs­ten ein Kauf­kri­te­ri­um, aber auch mög­lich: Inter­net-Meme immer im Blick. Mit Musik!

Das Netz­teil — Vor­sicht im ICE!

Mein Mac­Book Air-Netz­teil muss­te ich ein­mal neu kau­fen, weil sich nach gut drei Jah­ren ein Kabel­bruch ange­bahnt hat­te. Das kann bei den neu­en Mac­Book Pro-Netz­tei­len nicht mehr pas­sie­ren, da Kabel und Netz­teil getrennt sind. Man steckt das USB-C-Kabel in das Netz­teil und in das Note­book. Das Netz­teil hat kei­ne beweg­li­chen Tei­le mehr, die ver­schlei­ßen könn­ten. Sehr schön!

Aber: Ich habe ange­fan­gen mir anzu­ge­wöh­nen, das Kabel erst am Note­book und dann am Netz­teil her­aus­zu­zie­hen, das Kabel schön zu fal­ten und dann das Netz­teil aus der Steck­do­se zu zie­hen. Und vor eini­gen Wochen saß ich wie­der im ICE und habe den letz­ten Schritt ver­ges­sen. Denn das Netz­teil ver­steckt sich per­fekt in der Steck­do­se zwi­schen den ICE-Sit­zen. Das fällt nicht mehr auf, wenn man nicht dar­an denkt und abge­lenkt ist. Das wäre mir mit dem alten nicht pas­siert, denn mit dem fest mon­tier­tem Kabel hät­te ich das nicht über­se­hen.

Naja, Lehr­geld bezahlt (80€). Ich mache das USB-C-Kabel jetzt nie mehr vom Netz­teil ab…

Fazit

Ohne es im Detail aus­ge­führt zu haben, weil ich mich hier auf nega­ti­ve Aspek­te kon­zen­triert habe, ist das Mac­Book Pro ein über­wie­gend her­vor­ra­gen­des Gerät und ich bin größ­ten­teils damit zufrie­den. „Größ­ten­teils”.  Das ist schon trau­rig, gera­de für den Preis. Das Preis-/Leis­tungs­ver­hält­nis erach­te ich daher mitt­ler­wei­le als sehr schlecht. Ein ange­mes­se­ner Preis wären ca. 1500€. Aber auf kei­nen Fall 2500€.

Eine güns­ti­ge­re Vari­an­te wären die Nicht-Touch­Bar-Ver­sio­nen gewe­sen. Die Touch­Bar ist zwar oft eine nütz­li­che Ergän­zung, aber wie geschrie­ben (der­zeit) kein Muss. Aber die Nicht-Touch­Bar-Model­le haben ins­ge­samt nur zwei USB-C-Anschlüs­se. Damit bekä­me ich kei­ne zwei nor­ma­len exter­nen Moni­to­re hin und gleich­zei­tig ein Netz­teil. (Es gibt Moni­to­re, mit denen man auch das MBP laden kann, aber das wäre schon eine sehr star­ke Ein­schrän­kung.) Ins­ge­samt kom­me ich mit 4 USB-C-Ports gut zurecht; zwei gin­gen für mich gar nicht. (Nach­trag 22:48 Uhr: USB-C ist aller­dings so mäch­tig, dass man das Pro­blem mit Docking Stations/Thunderbold Sta­ti­ons lösen kann. Dan­ke an Felix für die Ergän­zung!)

Ich bin mir mitt­ler­wei­le nicht mehr sicher, ob ich nach 4 Mac-Note­books mir in ein paar Jah­ren nicht doch wie­der ein Linux-Note­book kau­fen soll­te. Was ich eigent­lich nicht will, denn auch wenn ich sonst über­all nur mit Linux (und manch­mal Open­BSD) arbei­te, als Desk­top fin­de ich wei­ter­hin macOS mit Abstand am bes­ten. Tja, mal sehen.

Welt­weit lokal tele­fo­nie­ren mit Fritz­Box und OpenVPN

Eine tol­le Sache, die ich der­zeit von Bra­si­li­en aus aus­gie­big nut­ze, ist die Flat­rate in unse­rem Haus in der Berg­stra­ße. Egal, wo ich bin, ich nut­ze mei­nen loka­len Anschluss zu Hau­se. Und das mache ich so:

Unse­re Fritz­Box (7490) ist so kon­fi­gu­riert, dass ich über mein Mac­Book Anru­fe über mei­ne Ruf­num­mer ent­ge­gen­neh­men und auch aus­ge­hen­de Tele­fo­na­te damit begin­nen kann. In der Fritz­Box-Ober­flä­che (Firm­ware-Stand August 2016) geht dies über Tele­fo­nie -> Tele­fo­nie­ge­rä­te. Dort kann man für ein­zel­ne Ruf­num­mern ein SIP-Kon­to anle­gen.

In einer SIP-Tele­fo­nie­an­wen­dung (ich nut­ze Tele­fo­ne, aber es gibt prin­zi­pi­ell vie­le ver­schie­de­ne SIP-Pro­gram­me für alle gän­gi­gen Betriebs­sys­te­me) stel­le ich die­se Zugangs­da­ten ein und kann damit über den Mac Anru­fen ent­ge­gen­neh­men und neue Anru­fe begin­nen.

Aber: Damit gehen nur Anru­fe aus dem inter­nen Netz. Es gibt zwar in der Fritz­Box bei den Ein­stel­lun­gen des jewei­li­gen SIP-Kon­tos in dem Menü­punkt Anmel­de­da­ten die Mög­lich­keit, Anmel­dun­gen aus dem Inter­net zu erlau­ben, aber das erach­te ich nicht als sicher. Statt­des­sen kommt die zwei­te Tech­nik zum Ein­satz: Ein VPN nach Hau­se.

Ich nut­ze der­zeit OpenVPN, das an einem Raspber­ry­PI hin­ter der Fritz­Box ter­mi­niert. Eine gute Anlei­tung dafür gibt es z.B. bei Ubun­tu­users. Auf dem Mac nut­ze ich Tun­nel­blick als Ober­flä­che zur Kon­fi­gu­ra­ti­on und Steue­rung von OpenVPN. Damit kann ich mich zu Hau­se in unser Fami­li­en-Intra­net ein­wäh­len. Danach ist mein Mac­Book aus der Sicht der Fritz­Box ein loka­les Gerät im inter­nen Netz, womit ich den inter­nen SIP-Zugang wie­der direkt nut­zen kann, als ob ich in mei­nem Zim­mer säße.

Und das war’s. Bevor ich mei­nen Anschluss nut­zen will, muss ich per Tun­nel­blick einen OpenVPN-Tun­nel nach Hau­se zu mei­nem Raspber­ry auf­bau­en, die Tele­fo­ne-Anwen­dung neu star­ten und kann ab dann belie­big ohne wei­te­re Kos­ten inner­halb Deutsch­lands tele­fo­nie­ren. Das hat zwar die letz­ten Wochen manch­mal zu komi­schen Reak­tio­nen geführt, weil Ange­ru­fe­ne sich über die ange­zeig­te Ruf­num­mer gewun­dert haben, wo ich doch angeb­lich gera­de in Bra­si­li­en ver­wei­le — aber es funk­tio­niert ansons­ten wirk­lich gut!

Zu schnel­ler Wan­del

Ich benut­ze mitt­ler­wei­le nur noch sehr sel­ten Steck­do­sen auf Rei­sen. Mir ist auf­ge­fal­len, dass sich da eine Geschich­te zu wie­der­ho­len scheint:

Erst for­dern zuneh­mend vie­le Men­schen WLAN-Zugang in Cafés und ande­ren öffent­li­chen Orte. Bis die­se aber halb­wegs flä­chen­de­ckend ver­füg­bar sind (von Deutsch­land reden wir jetzt mal nicht), hat bereits jeder Smart­pho­nes und braucht damit WLAN-Zugän­ge nicht mehr unbe­dingt.

Mit den Steck­do­sen ver­hält es sich ähn­lich. Sub­jek­tiv nimmt die Nut­zung mit Smart­pho­nes ab, weil immer mehr ihre Smart­pho­nes über den Ruck­sack oder die Hand­ta­sche mit Akku-Packs laden.

Nett sind sol­che Ange­bo­te natür­lich trotz­dem. Aber irgend­wie scha­de, dass sol­che Ent­wick­lung in vie­len Län­dern immer so enorm lan­ge dau­ern, dass sie sich selbst über­ho­len.

safe­ty und secu­ri­ty auf Deutsch: geht doch, wenn man will

In diver­sen IT-Sicher­heits­ver­an­stal­tun­gen wird der deut­sche Begriff „Sicher­heit” oft in secu­ri­ty und safe­ty auf­ge­spal­ten. Die Auf­spal­tung von Begrif­fen zur genaue­ren Behand­lung ist in der Wis­sen­schaft gän­gi­ge Pra­xis und völ­lig rich­tig und nor­mal.

Aber gera­de bei die­sem Begriffs­paar habe ich jetzt schon eini­ge Kla­gen (auch von Dozen­ten) dar­über gehört, dass man die eng­li­schen Begrif­fe hier ver­wen­den müs­se, da das deut­sche Wort Sicher­heit zu all­ge­mein sei.

Ja, aber was hat man da wohl frü­her gemacht? Spra­che ent­wi­ckelt sich. Sie ent­wi­ckelt sich aber auch nur, wenn sich Men­schen wenigs­tens min­i­n­i­mal Mühe geben um zu über­le­gen, wie man einen Sach­ver­halt pas­send über­tra­gen kann, und nicht sofort kapi­tu­lie­ren und neue Dif­fe­ren­zie­run­gen nur noch in einer ande­ren Spra­che aus­drü­cken. Vie­le machen es sich da mei­ner Mei­nung nach zu bequem.

Ich bin nach eini­gen Minu­ten des Über­le­gens da auch erst­mal auf kei­ne guten Begrif­fe für secu­ri­ty und safe­ty gekom­men, aber in der Wiki­pe­dia bin ich dann fün­dig gewor­den: Angriffs­si­cher­heit (secu­ri­ty) und Betriebs­si­cher­heit (safe­ty). Wun­der­bar. Das sind kla­re Bezeich­nun­gen, die für sich selbst spre­chen, prä­gnant sind und sogar auch Lai­en Anhalts­punk­te für die Dif­fe­ren­zie­rung bie­ten.

Ich wün­sche mir, dass sich auch ande­re in sol­chen Fäl­len wenigs­tens eini­ge Minu­ten Gedan­ken dar­über machen, bevor sie gedan­ken­los nur noch frem­de Wör­ter über­tra­gen. Wenn man nichts fin­det, ist das ja völ­lig in Ord­nung.

Neue Mög­lich­kei­ten mit WebRTC

Ich habe mir schon vor län­ge­rem vor­ge­nom­men, mich mal aus­gie­big mit WebRTC zu beschäf­ti­gen. Mit die­ser noch in der Ent­wick­lung befind­li­chen Web-Tech­nik wird es mög­lich, belie­bi­ge Daten in Echt­zeit direkt zwi­schen Brow­sern zu über­tra­gen. Zum Bei­spiel ist damit eine Anwen­dung wie Sky­pe nativ im Brow­ser mög­lich — ohne den Umweg über US-Ser­ver, die alles unbe­grenzt spei­chern.

Sehr span­nend. Letz­ten Mon­tag fand im Beta­haus das ers­te WebRTC-Tref­fen statt; mit tol­len Leu­ten und Vor­trä­gen. Eini­ge Noti­zen:

  • In Mac OS ist seit eini­ger Zeit der Dienst Air­Drop ein­ge­baut. Damit kann man im loka­len Netz zwi­schen zwei Macs Datei­en aus­tau­schen. Und zwar idio­ten­si­cher. Genau die­sen Dienst gibt es jetzt auch als Web-Platt­form unter sharedrop.io. Im loka­len Netz kann man zwi­schen zwei Rech­nern damit auch platt­form­un­ab­hän­gig Datei­en aus­tau­schen, ohne irgend­wel­che Ser­ver-/Cli­ent-Geschich­ten auf­set­zen zu müs­sen.
  • Brow­ser-zu-Brow­ser-Tele­fo­nie wird mög­lich. Zwi­schen zwei Brow­sern klappt das direkt, und mit einem Pro­xy-Dienst auch mit dem Fest­netz. Die Live-Demo eines Test­pro­jekts lief ein­wand­frei.
  • Falls auf­grund von NAT oder ande­ren Netz­werk­ein­schrän­kun­gen kei­ne direk­te Ver­bin­dung zwi­schen zwei Brow­sern mög­lich ist, kann man einen Dienst auf einem gemein­sa­men Ser­ver auf­set­zen, der bei­de „ver­bin­det“. Wenn die Daten über die­sen Ser­ver lau­fen, ist das natür­lich sicher­heits­tech­nisch erst­mal nicht so schön, aber das garan­tiert wenigs­tens die Ver­füg­bar­keit. Und da die Tech­nik dezen­tral ist, las­sen sich hun­dert­tau­sen­de WebRTC-Ser­ver natür­lich auch nicht so ein­fach über­wa­chen wie z.B. nur Sky­pe-Ser­ver.
  • Ich dach­te bis­her bei dem Begriff WebRTC bis­her pri­mär an „Sky­pe ohne Über­wa­chungs­in­fra­struk­tur direkt im Brow­ser“. Aber abs­trakt gese­hen geht es um direk­ten Aus­tausch belie­bi­ger Daten zwi­schen Brow­sern. Das eröff­net ein gewal­ti­ges Feld an neu­en Mög­lich­kei­ten.

Ich glau­be, wir wer­den in Zukunft vie­le Diens­te mit die­ser Tech­nik sehen, wel­che die Gren­ze zwi­schen Desk­top- und Brow­ser-Anwen­dung wei­ter ver­wi­schen wer­den.

Nagi­os-Plug­in zur Über­prü­fung von Gemfile-Aktua­li­sie­run­gen

Für Nagi­os gibt es fast alles – aber ein Modul zum Über­wa­chen für (Ruby on Rails-) Gems schein­bar noch nicht. Ich beschrei­be daher im fol­gen­den kurz ein Bash-Skript und des­sen Ein­bin­dung in einer Nagi­os-NRPE-Instanz, mit der man das Vor­han­den­sein von Gem-Aktua­li­sie­run­gen mit Nagi­os über­wa­chen kann.

Kern des Skripts ist der Auf­ruf von gem obsolet, das eine Lis­te mit allen Gems zurück­lie­fert, für die Aktua­li­sie­run­gen vor­han­den sind. Das Skript zählt mit wc ein­fach die Anzahl der zurück­ge­ge­be­nen Zei­len der Stan­dard­aus­ga­be STDOUT. Wird kei­ne Zei­le zurück­ge­ge­ben, sind alle instal­lier­ten Gems auf dem aktu­el­len Stand.

Wei­ter­le­sen

Rich­ti­ge Kabel­auf­wick­lung für MagSafe-Netz­tei­le

Ges­tern habe ich mich dar­über gewun­dert, dass mein Mac­Book nicht mehr gela­den hat. Nach eini­gen Tests mit ver­schie­de­nen Steck­do­sen und Ste­ckern habe ich plötz­lich einen klei­nen Fun­ken­schlag in der Steck­dose gehabt. Bei genau­em Hin­hö­ren habe ich an der Stel­le, an der das Kabel aus dem Netz­teil kommt, ein Knir­schen gehört. Anschei­nend ist es dort zu einem Kabel­bruch gekom­men.

Ich habe mir schon gedacht, dass es an der feh­len­den Zug­ent­las­tung lie­gen könn­te. Die Apple-Netz­teil haben eine schö­ne Vor­rich­tung, um das Kabel auf­zu­wi­ckeln. Wenn man das aber über lan­ge Zeit macht und das Kabel dabei immer stark gebo­gen wird, steigt die Gefahr eines Kabel­bruchs. Ein Mit­ar­bei­ter in einem Apple-Laden in Darm­stadt hat mir gesagt, dass sol­che Pro­ble­me öfters auf­tre­ten wür­den.

 

 

 

 

(Bild links: Falsch. Bild rechts: Rich­tig.)

Wei­ter­le­sen

Nütz­li­che LaTeX-Diens­te im Netz

Über einen unschein­ba­ren Link auf der Wiki­pe­dia-Hil­fe­sei­te für LaTeX bin ich vor eini­ger Zeit auf einen unglaub­lich nütz­li­chen Web-Dienst gesto­ßen: Detexi­fy. Mit der Maus oder dem Tablett kann man in eine Zei­chen­flä­che malen und bekommt — meis­tens — das ent­spre­chen­de Zei­chen als LaTeX-Befehl ange­zeigt. Unglaub­lich hilf­reich und die per­fek­te Ergän­zung zur „tra­di­tio­nel­len” symbols-dina4.pdf.

Kurz nach­dem ich dar­über einen Bei­trag auf Goog­le Plus geschrie­ben habe, bin ich auf einen Bei­trag gesto­ßen, der mich auf den Dienst Web Equa­ti­on auf­merk­sam gemacht hat. Er funk­tio­niert ähn­lich, aber er erlaubt das Zeich­nen belie­bi­ger mathe­ma­ti­scher Aus­drü­cke und zeigt dann den ent­spre­chen­den LaTeX-Code dazu an. Auch prak­tisch.

Falls du wei­te­re tol­le LaTeX-Diens­te im Netz kennst, schreib’ sie in die Kom­men­ta­re.

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