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Notizen und Gedanken von Andreas Marc Klingler

Autor: Andreas Marc Klingler (Seite 1 von 10)

Mehr mobiles Datenvolumen mit VPN

Vor einiger Zeit hat eine meiner Schwestern erwähnt, dass sie offenbar ein höheres Datenvolumen hat, wenn sie ständig das VPN benutzt. (OpenVPN in diesem Fall, was bei uns zu Hause auf einem Server terminiert.) Das fand ich komisch, denn der Provider zählt die Daten ja unabhängig vom Protokoll.

Als mich diese Schwester vor einigen Tagen vom Flughafen abgeholt hat, hat sie das erfreut wieder gesagt; und tatsächlich – iOS zeigte einen Verbrauch von 410 MB an und das Netz lief ohne Drosselung. (Sie hat einen Prepaid-Tarif mit 300 MB.)

Plötzlich kam mir die Erleuchtung – OpenVPN komprimiert die Daten vor der Verschlüsselung! Die Daten werden in iOS auf unterer Ebene vom VPN erst entpackt und gehen erst dann in die Zählung ein. Und der Provider zählt natürlich nur die komprimierten Pakete. Je nachdem, wie gut sich die übertragenen Daten komprimieren lassen, kann man damit also durchaus ein größeres Datenvolumen nutzen als das, was man bezahlt.

Also dann: VPN an. Immer.

EU-Fluggastrechte. Man sollte seine Rechte kennen

Wer auch mal im Flugzeug von oder nach Europa unterwegs ist, sollte die EU-Flugastrechte kennen. Bei Verspätungen von mehr als 2 Stunden oder weiteren Ereignissen wie Anullierung hat man i.d.R. Anspruch auf Entschädigung.

Ich empfehle jedem, der auch mal per Flugzeug unterwegs ist, sich die verlinkte Wikipedia-Seite anzusehen. Unternehmen kennen immer ihre Rechte und setzen sie durch. Nur Verbraucher oft nicht. Das ist sehr schade.

19 Stunden und ein Hotel später

Ich habe letzten Dezember auf dem Rückflug von Lissabon erstmal den Fall gehabt, dass ein Flug überhaupt nicht nach Plan lief. LH1167 hatte 19 Stunden Verspätung. Aus dem planmäßigen Abflug 12:05 Uhr wurde 7:35 Uhr am folgenden Tag.

Nun ja, ich kannte damals schon meine Rechte. Bei so einer Verspätung und Flug am nächsten Tag habe ich Anspruch auf kostenlose Hotelübernachtung, Taxi-Fahrten dorthin und von dort zurück sowie Verpflegung. Und 400€ Entschädigung.

Bis auf letztes habe ich auch alles direkt bei Lufthansa vor Ort bekommen. Was mich aber ärgerte: Ich habe das alles bekommen, weil ich das gefordert habe und wusste, was mir zusteht. Zu keinem Zeitpunkt aber wurden die Passagiere über ihre Rechte informiert.

Mir ist aufgefallen vor dem Abflug, dass offenbar viele am Terminal übernachtet haben. Und wohl auch auf eigene Kosten (teuer!) gegessen haben. Ich hatte hingegen zwei längere Taxi-Fahrten, eine sehr komfortable Nacht im 4-Sterne-Hotel mit Badewanne und Mini-Bar, Buffett und freie weitere Getränke samt Weckservice. Nach der Preisliste hat alleine das die Lufthansa das dreifache von dem gekostet, was ich für beide Flüge bezahlt haben. (Auch wenn sie sicherlich Rabatt bekommen.) Aber das ist halt das wirtschaftliche Risiko.

Wer seine Rechte nicht kennt, bekommt nichts

Natürlich kann ich es aus wirtschaftlichen Aspekten verstehen, dass Lufthansa die Passagierrechte nicht an die große Glocke hängen will. Aber anständig finde ich das nicht. Lufthansa würde mit aller rechtlichen Gewalt alle Rechte gegen mich durchsetzen, sollten sie von mir etwas zu fordern haben. Die Passagiere müssten das auch tun. Das wäre nur gerecht.

Die 400€ Entschädigung will Lufthansa mir auch erstmal nicht bezahlen, weil das Wetter schuld daran gewesen sei. Dann müssten sie auch wirklich nicht zahlen. Dumm nur, dass alle anderen Flugzeuge geflogen sind, selbst ein anderes von Lufthansa nach München. Hatte dieses Flugzeug in Lissabon besseres Wetter dabei?

Inofiziell hieß es, dass die Crew-Pausenzeit aufgrund des verspäteten Eingangsfluges überschritten wurde und die Crew deswegen erst nach einer Nacht wieder fliegen darf. Das ist völlig richtig so. Aber der Punkt hier in meinen Augen ist dann folgender: Wenn der Flugplan dermaßen eng getaktet ist, dass selbst eine kurze Verspätung den letzten Flug des Tages für diese Crew unmöglich macht, ist das ein Organisationsversagen. Wenn man keinen Puffer einplant, muss man halt mit den Konsequenzen leben. Und dann nicht fehlerhafte Planung mit Wetterproblemen überdecken.

Durchsetzung durch Fluggastrechteorganisationen

Zum Glück gibt es Organisationen, die das Geschäftsmodell haben, Forderungen von Passagieren einzukaufen und diese anwaltlich und ggf. gerichtlich durchzusetzen. Die Passagiere erhalten dann die Entschädigung abzüglich einer Provision.

Mein Fall liegt mittlerweile bei flightright.de, wo sich noch weitere Passagiere dieses Fluges gemeldet und eine Vollmacht ausgestellt haben. Es läuft jetzt eine Musterklage vor Gericht. Evtl. wird dann geklärt, inwiefern Fluggesellschaften es zu verantworten haben, wenn sie zu wenig Pufferkapazitäten bereitstellen. Mal schauen, ob die Wetter-Ausrede vor Gericht stand hält. Das kann jetzt 1-2 Jahre dauern. Aber ich habe immerhin keinen Stress damit, sondern bekomme die Entschädigung im Erfolgsfall. (Und zahle nichts – auch nicht im Falle des Scheiterns der Klage.)

Daher, zum Schluss nochmal die Bitte: Lest bei Gelegenheit man den Artikel über Fluggastrechte durch und haltet das immer im Hinterkopf. Und sagt das ggf. auch weiter, wenn ihr hört, dass jemand in Kürze fliegen will.

Multilinguales Twitter

Es wäre so schön, wenn man ohne Hilfskrücken Tweets in mehreren Sprachen verfassen könnte. Ich habe früher schon aus Spanien heraus probiert, Tweets in mehreren Sprachen zu verfassen, aber alles funktioniert nicht richtig.

  • Setze ich für jede Sprache ein Konto auf, ist das zu hoher Aufwand bei Einrichtung und Pflege. Auf beiden Seiten.
  • Schreibe ich über einen Benutzer mehrsprachige Tweets, artet es schnell zu Spam für die meisten aus.

Ideal wäre, wenn Benutzer beim Folgen immer auch eine Menge von Sprachen auswählen könnten, in denen dieser Benutzer angegeben hat, auch zu twittern. Um dann nur Tweets in den ausgewählten Sprachen zu erhalten. Auf der Eingabeseite gäbe es je Sprache einen Tweet-Dialog und man kann entscheiden, ob man nur in einer oder mehreren Sprachen den Tweet direkt reintippt.

Leider hat so etwas ja meines Wissens bisher auch kein alternativ-gehypter Dienst realisiert. Und wenn so eine Funktionalität nicht fest eingebaut wäre, sondern von Benuzern nachträglich hinzugefügt werden müsste, würde das wahrscheinlich auch nicht benutzerfreundlich funktionieren. Egal, wie offen die Plattform dann wäre.

Schade. Wahrscheinlich wird so etwas auch nie realisiert, weil solche Plattformen bisher immer im monolingualem Umfeld entstanden sind.

Diskussionsunfähig

Unsere Gesellschaft ist mittlerweile überwiegend kommunikationsunfähig. Ich erlebe selbst immer öfter Menschen, mit denen man nicht diskutieren kann, weil sie nach einer Aussage A von mir annehmen, ich hätte A/2, B und F gesagt und implizierte damit selbstverständlich auch N, M, P und – ganz schlimm – T.

Bis ich vermittelt habe, dass ich „nur“ A meine und man nie zu große argumentatorische Sprünge machen sollte, weil man sonst unbewiesen alles durch allem herleiten kann, bin ich wieder frustriert. Und natürlich der Depp, denn ich habe ja dann wahrscheinlich etwas zu verbergen und will mich nicht „outen“. Ich muss ja ein ganz schlimmer sein.

Seufz.

Woher kommt das? Unsere Schulbildung ist gefühlt noch stärker Glückssache als früher. Sekundärtugenden werden genauso schon seit jahrzehnten missachtet.  Die Art, wie man etwas sagt, wird immer wichtiger im Vergleich zu dem, was man sagt. Gefühlte Meinung schlägt logische Argumentation. So bauen sich gefühlte Meinungen ein immer umfassenderes Weltbild.

Ich wünsche mir (wieder? keine Ahnung…) eine Zeit, in der man abweichende Meinungen begrüßt und wirklich versucht, diese nachzuvollziehen und einzeln dagegen oder dafür zu argumentieren, ohne gleich den Anfang des Wunder- oder das Ende des Abendlandes heraufzubeschwören. Und immer erstmal das Gute im Menschen zu sehen. Auch wenn man mittlerweile dazu konditioniert worden ist, viele andere Menschen (unbewusst?) zu verachten, die keine Standard-Meinungen vertreteten.

Das führt zu nichts Gutem, wenn wir nur noch korrekt reden, aber uns gegenseitig nicht mehr verstehen.

Weltweit lokal telefonieren mit FritzBox und OpenVPN

Eine tolle Sache, die ich derzeit von Brasilien aus ausgiebig nutze, ist die Flatrate in unserem Haus in der Bergstraße. Egal, wo ich bin, ich nutze meinen lokalen Anschluss zu Hause. Und das mache ich so:

Unsere FritzBox (7490) ist so konfiguriert, dass ich über mein MacBook Anrufe über meine Rufnummer entgegennehmen und auch ausgehende Telefonate damit beginnen kann. In der FritzBox-Oberfläche (Firmware-Stand August 2016) geht dies über Telefonie -> Telefoniegeräte. Dort kann man für einzelne Rufnummern ein SIP-Konto anlegen.

In einer SIP-Telefonieanwendung (ich nutze Telefone, aber es gibt prinzipiell viele verschiedene SIP-Programme für alle gängigen Betriebssysteme) stelle ich diese Zugangsdaten ein und kann damit über den Mac Anrufen entgegennehmen und neue Anrufe beginnen.

Aber: Damit gehen nur Anrufe aus dem internen Netz. Es gibt zwar in der FritzBox bei den Einstellungen des jeweiligen SIP-Kontos in dem Menüpunkt Anmeldedaten die Möglichkeit, Anmeldungen aus dem Internet zu erlauben, aber das erachte ich nicht als sicher. Stattdessen kommt die zweite Technik zum Einsatz: Ein VPN nach Hause.

Ich nutze derzeit OpenVPN, das an einem RaspberryPI hinter der FritzBox terminiert. Eine gute Anleitung dafür gibt es z.B. bei Ubuntuusers. Auf dem Mac nutze ich Tunnelblick als Oberfläche zur Konfiguration und Steuerung von OpenVPN. Damit kann ich mich zu Hause in unser Familien-Intranet einwählen. Danach ist mein MacBook aus der Sicht der FritzBox ein lokales Gerät im internen Netz, womit ich den internen SIP-Zugang wieder direkt nutzen kann, als ob ich in meinem Zimmer säße.

Und das war’s. Bevor ich meinen Anschluss nutzen will, muss ich per Tunnelblick einen OpenVPN-Tunnel nach Hause zu meinem Raspberry aufbauen, die Telefone-Anwendung neu starten und kann ab dann beliebig ohne weitere Kosten innerhalb Deutschlands telefonieren. Das hat zwar die letzten Wochen manchmal zu komischen Reaktionen geführt, weil Angerufene sich über die angezeigte Rufnummer gewundert haben, wo ich doch angeblich gerade in Brasilien verweile – aber es funktioniert ansonsten wirklich gut!

Simquadrat und SMS: Probleme, Probleme, Probleme

Seit einigen Jahren nutze ich Simquadrat als primären Mobilfunkprovider. Ich kann fast nur gutes darüber berichten. Besonders gefallen mir die monatlich kündbaren und hinzubuchbaren Leistungen, die ich je nach Bedarf online direkt an- und ausschalten kann. Und natürlich die API, über mich Icinga bei Server-Problemen auch direkt per SMS informieren kann.

Aber ja, mit dem SMS-Dienst hat Simquadrat offenbar starke Probleme. Automatisierte SMS-Nachrichten, wie sie z.B. zur Kontobestätigung von Diensten verschickt werden, kommen oft nicht an. „Normaler“ SMS-Versand, also von anderen Mobiltelefonen, geht einwandfrei.

Letzte Woche habe ich das bei zwei Diensten gemerkt, bei denen ich mich neu angemeldet habe, aber tagelang vor einer Wand saß und nichts machen konnte. Der Fehler ist bei Dienstanbietern auch bekannt, was dafür spricht, dass ich kein Einzelfall bin. Man liest dann vom Support Sätze wie:

(…) leider ist Ihr Mobilfunkprovider inkompatibel mit den von uns verwendeten Providern, sodass SMS in aller Regel nicht ankommen. Innerhalb der deutschen Netze stellt dies eine absolute Ausnahme dar.

Daraus folgt dann ein hick-hack mit E-Mails und Telefonanrufen, bis man weiterkommt, auch ohne eine SMS erhalten zu können. Ein anderer Anbieter sagte mir am Telefon, dass dies ein leidiges Thema sei und man schon seit längerem bemüht sei, eine Insellösung zu schaffen, damit die Kunden von Simquadrat nicht komplett außen vor blieben.

Was läuft da bei denen bloß schief? Schade.

Wer also erwägt, zu Simquadrat zu wechseln, sollte sich darüber im klaren sein, dass automatisierte SMS-Nachrichten oft nicht ankommen und dies zu Problemen bei Kontobestätigungen oder ähnlichem führen kann.

Das spricht nicht grundsätzlich gegen Simquadrat. Aber ich finde es wichtig, dass man diese Information hat. Es ist somit trotz aller anderen Vorteile kein komplett funktionierendes Mobilfunkkonto.

Ab nach Brasilien – mehr dazu in

Am 16. geht’s nach São Paulo. An dieser Stelle ein Hinweis für die (RSS-) Abonnementen von blog.akde, dass ich wieder wie in meiner Zeit in Spanien Berichte über meine Zeit in Brasilien und Portugal in einem eigenen Blog veröffentliche: https://pt.andreas-klingler.de/ (RSS-Feed).

Hier werde ich wahrscheinlich auch bald wieder mehr schreiben, dann aber über allgemeine Dinge, die keinen direkten Landesbezug zu meinem Aufenthalt haben werden.

Präventives E-Mail-Blacklisting großer Provider

Es passiert nicht oft, dass ich einen Server mit einem E-Mail-System umziehe oder einen neuen aufsetze. Aber es ist jedesmal wieder eine Qual.

Damit meine ich jetzt nicht einmal die Einrichtung der E-Mail-Serverdienste an sich. Das ist zwar natürlich auch eine Qual, aber das ist längt bekannt.

In den letzten Jahren machen große E-Mail-Provider (Microsoft [Hotmail, live]; Yahoo, Google, usw.) immer mehr Probleme beim Empfang von E-Mails. Besonders rabiat ist Microsoft: E-Mails von unbekannten Server werden oft gar nicht mehr akzeptiert. Überhaupt nicht mehr. Man muss nichts böses getan haben, um eine IP in Verruf zu bringen. Man muss sie nur zum ersten Mal nutzen und wird sofort als Spam-Schleuder identifiziert und blockiert. Nicht nur verdächtigt.

Das entspricht nicht gerade dem Geist des offenen Netzes. Auf der anderen Seite kann ich aber auch nicht bestreiten, dass diese Maßnahme ihnen vermutlich viel Spam erspart in einer Welt, in der gefühlt immer weniger auf selbstgehostete Dienste zurückgreifen und ihre E-Mails wenigen großen Diensten anvertrauen, die natürlich selbst dafür sorgen, dass ihre E-Mails immer ankommen.

Unverständlicherweise enthalten die zurückgehenden E-Mails oft nicht mal genaue Anweisungen, wie man seine IP-Adresse von der Schwarzen Liste entfernen könnte. Die E-Mails enthalten zwar oft Fehlercodes, aber selbst die darin angegebenen Seiten liefern keine Anhaltspunkte darüber, wie man dem begegnen könnte. Wie bei Microsoft:

Final-Recipient: rfc822; …@hotmail.de
Action: failed
Status: 5.0.0
Remote-MTA: dns; mx2.hotmail.com
Diagnostic-Code: smtp; 550 SC-001 (BAY004-MC4F57) Unfortunately, messages from
78.47.161.86 weren’t sent. Please contact your Internet service provider
since part of their network is on our block list. You can also refer your
provider to http://mail.live.com/mail/troubleshooting.aspx#errors.

Google blockiert E-Mails von unbekannten Servern immerhin erst nach einer gewissen Anzahl von E-Mails nach einer bestimmten Zeit. Durchaus sinnvoll, aber wenn sogar kleine Dienste wie Tandem Rhein-Main da binnen weniger Stunden reinfallen, ist das Limit vielleicht doch etwas klein.

Final-Recipient: rfc822; …@gmail.com
Action: failed
Status: 5.7.1
Remote-MTA: dns; gmail-smtp-in.l.google.com
Diagnostic-Code: smtp; 550-5.7.1 [2a01:4f8:c17:1eec::2       1] Our system has
detected an unusual rate 550-5.7.1 of unsolicited mail originating from
your IP address. To protect our 550-5.7.1 users from spam, mail sent from
your IP address has been blocked. 550-5.7.1 Please visit 550-5.7.1
https://support.google.com/mail/answer/81126 to review our Bulk Email 550
5.7.1 Senders Guidelines. js6si127824210wjb.211 – gsmtp

Die wichtigen Seiten für beide Provider, um einen Antrag  zur Freischaltung von IP-Adressen zu stellen, sind erst nach einiger Sucherei zu finden. Wer dieses Problem also auch mal haben sollte, sollte sich folgende Links merken:

Erfahrungsgemäß erfolgt die Bearbeitung binnen weniger Stunden und man bekommt eine E-Mail, dass die IP bis auf weiteres freigegeben ist.

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