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Notizen und Gedanken von Andreas Marc Klingler

Rezept: Sahn­erol­le

Fol­gen­der Algo­rith­mus führt bei kor­rek­ter Anwen­dung nach ca. 20 Minu­ten Zube­rei­tungs- und ca. 10 Minu­ten Back­zeit zu einer Sahn­erol­le. Sie besteht aus zwei Tei­len: dem Bis­kuit­teig und der Fül­lung.

Zuta­ten:

  • 6 Eier
  • ~ 120 Gramm Zucker
  • 50 Gramm Mehl
  • 50 Gramm Spei­se­stär­ke
  • (2–4 Päck­chen Vanil­le­zu­cker)
  • Eine Pri­se Salz
  • Back­pa­pier
  • 1/2 Liter kal­te (!) Schlag­sah­ne
  • Fül­lung für die Sahne­fül­lung (sie­he unten)
  • (Etwas Puder­zu­cker)
  • Zwei sau­be­re Geschirr­hand­tü­cher

Vor der Zube­rei­tung soll­te über­prüft wer­den, dass alle Zuta­ten in aus­rei­chen­der Men­ge vor­han­den sind. Danach kann es los gehen;

  1. Back­ofen auf 200 Grad vor­hei­zen.
  2. Back­pa­pier auf Bach­blech legen.
  3. Mehl und Spei­se­stär­ke ver­mi­schen.
  4. Eier wie folgt tren­nen: 4x Eiweiß, 6x Eigelb, 2x Eiweiß. Das „2x Eiweiß” wird nicht ver­wen­det. Es kann z.B. im Kühl­schrank für Rühr­ei oder ande­re Gerich­te auf­ge­ho­ben wer­den.
  5. Das Eiweiß (aus „4x Eiweiß”) in einer Schüs­sel zusam­men mit etwa 70 Gramm Zucker, einer Pri­se Salz und „etwas” Vanil­le­zu­cker (sie­he Anmer­kung 1) mit einem (am bes­ten elek­tri­schen) Mixer sehr steif schla­gen. Im Ide­al­fall ist der Eis­schnee so steif, dass er auch bei kom­plett umge­dreh­ten Schüs­sel dort bleibt. (Gelingt mir aber auch nicht immer, hängt auch von der Schüs­sel ab. Haupt­sa­che, es ist alles gut ver­mischt und hat an Volu­men gewon­nen. Nach 1 Minu­te Mixen soll­te es eigent­lich in Ord­nung sein.)
  6. Die 6 Eigel­be mit dem Eis­schnee ver­mi­schen.
  7. Die Mischung aus Mehl und Spei­se­stär­ke lang­sam (!) mit der bis­he­ri­gen Mas­se ver­mi­schen.
  8. Den Teig auf dem Back­pa­pier aus­gie­ßen. Dar­auf ach­ten, eine recht­ecki­ge Form zu erhal­ten, die über­all gleich dick sein soll­te.
  9. Back­blech in den vor­ge­wärm­ten Back­ofen stel­len. 8–14 Minu­ten, je nach Ofen (egal ob ein Ofen 200 Grad sagt — nicht nur nach mei­ner Erfah­rung sind alle Öfen etwas anders) backen las­sen, bis der Teig fest und teil­wei­se leicht (!) bräun­lich ist. Beim ers­ten Mal soll­te man den Teig lie­ber nach 8 Minu­ten im Auge behal­ten, damit er nicht zu hart und dun­kel wird (was ab einem bestimm­ten Punkt sehr schnell gehen kann).

Wäh­rend der Teig im Ofen ist, kann die Fül­lung zube­rei­tet wer­den. Die Fül­lung besteht im Grund aus der Sah­ne, etwas Zucker und — irgend­et­was. Der Teig und die Sah­ne sind rela­tiv neu­tral, so dass je nach Geschmack alles mög­li­che der Sah­ne unter­ge­mischt wer­den kann. Zum Bei­spiel Scho­ko­la­den­stück­chen, Obst­stück­chen, Zimt, (Zitronen‑, Orangen‑, Pfirsich‑, ..) Saft, … Der Phan­ta­sie sind im Gegen­satz zu dem guten Geschmack kaum Gren­zen gesetzt; also tobt euch aus. Die Zube­rei­tung der Sahne­fül­lung funk­tio­niert also wie folgt:

  1. (Vor­be­rei­tung der Fül­lung; z.B. Klein­ha­cken von Scho­ko­la­de oder Früch­ten)
  2. Kal­te Schlag­sah­ne in eine Schüs­sel gie­ßen.
  3. Etwa 50 Gramm Zucker und evtl. Vanil­le­zu­cker (sie­he Anmer­kung 1) in die Sah­ne geben.
  4. Die Schlag­sah­ne mit einem elek­tri­schen Mixer 3–6 Minu­ten oder manu­ell gut 12 Minu­ten lang sehr (!) steif schla­gen. (Anmer­kung 2)
  5. Die Fül­lung unter die Sah­ne mischen.

Nun kommt das Zusam­men­fü­gen:

  1. Ein sau­be­res Geschirr­hand­tuch kom­plett aus­le­gen.
  2. Etwas Zucker auf die­ses Geschirr­hand­tuch streu­en, damit über­all etwas Zucker dar­auf liegt.
  3. Ein ande­res Geschirr­hand­tuch mit kal­tem Was­ser voll­sau­gen las­sen.
  4. Den fer­ti­gen Teig aus dem Ofen neh­men und das Back­blech auf das Hand­tuch stür­zen, so dass der Teig kom­plett auf dem Geschirr­hand­tuch mit der Zuck­er­ober­flä­che und das (hei­ße) Bach­blech „als Deckel” oben­drauf liegt.
  5. Das Back­blech her­un­ter­neh­men und weg­stel­len.
  6. Das mit kal­tem Was­ser voll­ge­so­ge­ne Geschirr­hand­tuch etwas aus­wrin­gen, so dass es nass ist, aber nicht mehr tropft.
  7. Die­ses Geschirr­hand­tuch auf das Back­pa­pier, das jetzt den Teig „abdeckt”, legen. Das Hand­tuch wird dann zu damp­fen anfan­gen. Durch die ein­drin­gen­de Feuch­tig­keit lässt sich das Back­pa­pier anschlie­ßend leich­ter von dem Teig lösen.
  8. Nach kur­zer Zeit (30–60 Sekun­den lang) kann das obe­re Geschirr­hand­tuch ent­fernt wer­den.
  9. Das Back­pa­pier lang­sam (!) und vor­sich­tig (!) von dem Teig abzie­hen.
  10. Die Sahne­fül­lung auf dem Teig aus­brei­ten.
  11. Den Teig mit der Sah­ne vor­sich­tig zusam­men­rol­len.
  12. Die fast fer­ti­ge Sahn­erol­le in den Kühl­schrank stel­len, wo sie wenigs­tens 60 Minu­ten lang ste­hen soll­te.

Der letz­te Schritt betrifft die Ver­zie­rung. Auch hier kann man natür­lich sei­ner Phan­ta­sie frei­en Lauf las­sen. Ich begnü­ge mich meis­tens mit Puder­zu­cker, den ich durch ein Sieb über die fer­ti­ge Sahn­erol­le rie­seln las­se.

Anmer­kung 1: Vanil­le­zu­cker ist nicht unbe­dingt nötig. Ich ver­wen­de es ger­ne in gerin­gen Men­gen als Zucker­er­satz für eine gewis­se geschmack­li­che Note, aber es kann auch weg­ge­las­sen und statt des­sen etwas mehr Zucker hin­zu­ge­fügt wer­den.

Anmer­kung 2: Wenn die Sah­ne nicht wirk­lich kalt ist (direkt aus dem Super­markt gekauft oft != kalt genug), wird sie nicht rich­tig fest.Im Zwei­fel die Sah­ne 10 Minu­ten lang in die Tief­kühl­tru­he ste­cken (aber lie­ber nicht län­ger :-) ), falls der Kühl­schrank nicht kalt genug ist.

Zur Ver­an­schau­li­chung ist das Stür­zen und Zusam­men­fü­gen hier auch bild­lich dar­ge­stellt.

Der Teig auf dem mit Back­pa­pier aus­ge­leg­ten Back­blech:

 

 

 

 

 

 

Der fer­ti­ge Teig:

 

 

 

 

 

 
Der auf das gezu­cker­te Hand­tuch gestürz­te Teig:

 

 

 

 

 

 

 

Der nach kur­zer Ein­wir­kung mit einem nas­sen Tuch gestürz­te Teig ohne Back­pa­pier:

 

 

 

 

 

 

 

Der Teig mit auf­ge­tra­ge­ner Fül­lung:

 

 

 

 

 

 

 

Die fast fer­ti­ge Rol­le:

 

 

 

 

 

 

 

Der fina­le Zustand ist im ers­ten Bild dar­ge­stellt.

Ursprüng­li­che Quel­le: Nicht mehr genau nach­voll­zieh­bar; ver­mut­lich aus „Frau­en­zeit­schrift” aus den 1980ern.

Anmer­kung: In dem ursprüng­li­chen Rezept sind 200 Gramm Zucker ange­ge­ben. Ich mache immer nur gut die Hälf­te dran und es ist immer süß genug. Auch in ande­ren Rezep­ten neh­me ich in der Regel weni­ger Zucker als ange­ge­ben. Bei etli­chen Rezep­ten fra­ge ich mich manch­mal, war­um die Leu­te davon kei­nen Zucker­schock bekom­men…

 

2 Kommentare

  1. Sehr schö­ner Algo­rith­mus. Aber ich bin ja auch Infor­ma­ti­ker und muss ja ein Haar in der Sup­pe fin­den … der Punkt „Sicher­stel­len, dass alle Zuta­ten in aus­rei­chen­der Men­ge vor­han­den sind” gehört doch in eine ande­re Pha­se, oder? Sonst wür­de die „Zube­rei­tungs­pha­se” ent­ge­gen dei­ner Ankün­di­gung im Worst Case wesent­lich län­ger dau­ern… und damit wäre dein Algo­rith­mus nicht real-time-fähig :)

    Kennst du eigent­lich schon das Buch „Kochen für Geeks”? Mit Peri­oden­sys­tem der Lebens­mit­tel! (http://www.oreilly.de/catalog/geeksckbkger/index.html)

  2. @Dave Völ­lig kor­rekt; schein­bar habe ich den Algo­rith­mus noch nie unter den Neben­be­din­gun­gen, dass etwas fehlt, aus­ge­führt, sonst wäre mir das wohl auch schon auf­ge­fal­len. :-) Ich habe die Anmer­kung jetzt davor geschrie­ben.

    Zu dem Buch: Vie­len Dank für den Hin­weis; ich habe es noch nicht gekannt, aber jetzt steht es auf der Ein­kaufs­lis­te. Auf das Peri­oden­sys­tem bin ich ja mal echt gespannt… :-)

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