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Notizen und Gedanken von Andreas Marc Klingler

Woh­nungs­su­che in Ber­lin

Das Woh­nen in Ber­lin wird immer teu­rer, doch ver­gli­chen mit dem, was man in Darm­stadt oder Frank­furt zahlt, sind die Prei­se dort (außer­halb weni­ger Sze­ne-Gegen­den) wei­ter­hin mode­rat.

Doch als ich letz­te Woche von Darm­stadt aus mit der Woh­nungs­su­che begon­nen habe, bin ich auf ein ande­res Pro­blem gesto­ßen: Der Woh­nungs­markt für WGs ist sehr dyna­misch. Oft wer­den Anzei­gen heu­te geschal­tet und schon heu­te Abend oder mor­gen kann man die Zim­mer besich­ti­gen. Das klappt aber nicht, wenn man nicht vor Ort ist und jedes­mal eine wei­te (und kost­spie­li­ge) Rei­se auf sich neh­men müss­te.

Daher habe ich mich nach zwei Tagen dafür ent­schie­den, die Woh­nungs­su­che direkt von Ber­lin aus anzu­ge­hen. Ich bin von Mon­tag bis Sams­tag in einem guten Hos­tel gewe­sen und konn­te so die Woche über alle paar Stun­den nach neu­en Anzei­gen Aus­schau hal­ten, Kon­takt auf­neh­men und Besich­ti­gun­gen durch­füh­ren. Und viel bezahlt für die Suche vor Ort habe ich auch nicht — 43 Euro für die Hin- und Rück­fahrt (ein­mal Bus, ein­mal ICE, jeweils ab/nach Frank­furt) und 70 Euro für die Über­nach­tun­gen.

Ich habe aber auch gemerkt, dass es durch­aus vie­le ande­re Woh­nungs­su­chen­de gibt; in zwei WGs wur­de mir erzählt, dass sie bin­nen einer Stun­de 20–30 E-Mails erhal­ten hät­ten. Das erklärt dann auch, war­um ich auf kei­ne E-Mail eine Reak­ti­on erhal­ten habe, wenn die Anzei­ge schon einen hal­ben Tag oder noch älter gewe­sen ist.

Erstaunt hat es mich, dass sich vie­le Woh­nungs­su­chen­de sehr „merk­wür­dig” zu bewer­ben schei­nen. In einer WG hat man mir gesagt, dass ich unter 18 E-Mails einer der weni­gen war, der über­haupt etwas kurz über sich geschrie­ben hat. Die meis­ten E-Mails hät­ten nur aus zwei Sät­zen bestan­den oder aus sol­chen Per­len wie „Ich suchen für mei­nen Bru­der Zim­mer und will kom­men.”

Am erfolg­reichs­ten war übri­gens das stän­di­ge Nach­se­hen nach neu­en Ange­bo­ten in der Zeit von 19 bis 23 Uhr. Zu die­ser Zeit gin­gen auf „den übli­chen ver­däch­ti­gen Por­ta­len” wie wg-gesucht.dezwischenmiete.de und noknok24.de (dies waren die sinn­volls­ten für mich) qua­si im Minu­ten­takt neue Ange­bo­te ein, auf die man sofort reagie­ren konn­te. Daher bin ich auch die ers­ten Tage abends vor allem durch Cafés und Bahn­hö­fe (mit Wlan) getin­gelt, immer mit dem Note­book „im Anschlag”.

Vor Ort ver­lief die Woh­nungs­su­che dann so ab, wie ich sie mir vor­ge­stellt habe. Es hat zwar län­ger gedau­ert als in Madrid (ers­te Zusa­ge nach 26 Stun­den vor Ort), aber mit der ers­ten Zusa­ge nach 28 Stun­den vor Ort war ich auch schon mal zufrie­den. :-)

Jetzt muss ich erst­mal die Woche nach­be­ar­bei­ten und mal schau­en, wie ich die Ein­rich­tung dort ab Dezem­ber orga­ni­sie­re. Und Aus­schau hal­ten nach einer frei­be­ruf­li­chen Tätig­keit, bevor­zugt in der Rails- oder iOS-Ent­wick­lung. Dazu bin ich die­se Woche kaum gekom­men, das wird also die nächs­te Suche wer­den. Ich bin gespannt!

2 Kommentare

  1. Und ich suche hier in Darm­stadt seit Mona­ten nach einer Woh­nung und kom­me ein­fach nicht zum Zug…

    NEID! :-/

  2. Hey Andre­as,

    ich bin an die­ses The­ma ganz anders her­an­ge­gan­gen. Ich habe mir eine Woh­nung auf Zeit gesucht und konn­te dann ganz ent­spannt nach einer „rich­ti­gen” Woh­nung suchen. Dabei muss man natür­lich dazu­sa­gen, dass ich mei­nen Job schnell begin­nen muss­te und kei­ne Zeit hat­te mir etwas geschei­tes zu suchen. Auch die Prei­se für möblier­tes woh­nen sind ja nicht die aller bil­ligs­ten — aber viel güns­ti­ger als ein Hotel und wesent­lich kom­for­ta­bler als eine Jugend­her­ber­ge oder ein Hos­tel.

    Beson­ders emp­feh­len kann ich übri­gens fol­gen­de Dienst: https:// crocodilian.de /de/ und https://www.airbnb.de/

    Vor allem bei Cro­co hat man sich ziem­lich bemüht — da ich halt echt schnell was brauch­te. Die haben mir sogar ein sehr güns­ti­ges Hotel als Alter­na­ti­ve ange­bo­ten. Da war ich ziem­lich über­rascht. Aber die Woh­nung von denen hat gut gepasst. Das gute ist, du kommst in einer neu­nen Stadt an — lässt dei­nen Kram erst mal zuhau­se und kannst in der neu­en, möblier­ten Woh­nen gleich ins Inter­net, TV gucken, kochen und Duschen (Hand­tü­cher etc.). Ich habe da dann ca. 6 Wochen gewohnt, auch weil ich ein wenig Faul mit der Suche war. Ich konn­te ganz unkom­pli­ziert „kün­di­gen”.

    Wie auch immer, man kann es auf dei­ne Wei­se machen oder wenn man direkt einen Job anfängt emp­feh­le ich wirk­lich jedem die­ses Woh­nen auf Zeit.

    lg
    dun­dee

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