Notizen und Gedanken von Andreas Marc Klingler

Die Links­angst deut­scher „Qua­li­täts­me­di­en”

Ich bin wie­der mal beein­druckt von der Fort­schritt­lich­keit spa­ni­scher Medi­en. El País bin­det seit kur­zem bei Ihren Arti­keln Links auf ähn­li­che Arti­kel von ande­ren Medi­en ein.

Sie­he zum Bei­spiel den Arti­kel zur Gauck-Wahl, im Link unten unter En otros medi­os und dann auf Ver todas. Der Link führt zu einer eige­nen (!) Aggre­ga­ti­ons­sei­te mit eige­nem RSS-Feed dafür. Ich wet­te, es beschwe­ren sich in Spa­ni­en kei­ne ande­ren Medi­en über die­sen Dienst. Was in Deutsch­land los wäre, wenn sich ein gro­ßer Ver­lag das trau­en wür­de, kön­nen wir uns sicher­lich alle vorstellen.

*seufz*… War­um geht das bloß bei uns nicht? Hier ist es ja schon die Aus­nah­me, wenn Links in Arti­kel erschei­nen (wenn auch das ja lang­sam bes­ser zu wer­den scheint.) Die Netz­auf­trit­te deut­scher „Qua­li­täts­me­di­en” hin­ken selbst im Jah­re 2012 der Netz­ent­wick­lung immer noch min­des­tens 5 Jah­re hinterher.

3 Kommentare

  1. Thomas

    War­um kei­ne Links? Das wäre doch fatal, wenn der Leser auf ande­re Ange­bo­te hin­ge­wie­sen wür­de – lie­ber bevor­mun­den wir ihn ;)

    Die Ver­la­ge haben ein­fach immer noch kein ordent­li­ches Geschäfts­mo­dell fürs Inter­net. Pay-Walls und Leis­tungs­schutz­recht (= Geld von Nach­rich­ten-Aggre­ga­to­ren ver­lan­gen) pas­sen für phy­si­sche, nicht digi­ta­le Medi­en, und ers­te­re haben kei­ne Links. Die Ver­la­ge klam­mern sich anschei­nend zu lan­ge an alte Kon­zep­te, wie die Musik­bran­che etc. auch. Kei­ne Ahnung, war­um da offen­bar gera­de Deutsch­land so inno­va­ti­ons­feind­lich ist – viel­leicht wäre es anders, wenn J. Guten­berg nicht in Mainz, son­dern in Madrid gebo­ren wäre?

  2. Robert

    Ohja. Und mit der Anga­be von Quel­len (Links auf etwa­ige PDF-Datei­en etc., also ich mei­ne kei­ne Infor­man­ten) sieht es beson­ders düs­ter aus.

  3. Thomas

    Ergän­zung: Das auch sonst inter­es­san­te Medi­en­ma­ga­zin „Zapp“ vom NDR hat am Mitt­woch anläss­lich der re:publica einen Bei­trag erstellt. Titel: „Ver­le­ger ver­schla­fen Online-Ent­wick­lung“, inklu­si­ve einem klei­nen Ver­gleich USA-Deutsch­land: http://www.ndr.de/ratgeber/netzwelt/onlinejournalismus101.html

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